Kapelle Maria Hilf

Kapelle Maria Hilf

Nach der Einweihung von Stift Tilbeck mit der Namensgebung MARIA HILF am 13. Dezember 1881 wurden die Gottesdienste zunächst in einer im Haus eingerichteten Kapelle gefeiert. Als wegen der wachsenden Zahl von Bewohnerinnen die Kapelle vorübergehend in einen größeren Saal verlegt werden musste, begann die Planung eines Kapellenbaus durch den Diözesanbaumeister Hilger Hertel d.Ä. Seine Söhne Hilger und Bernhard brachten die Planungen zu einem Abschluss, so dass 1897 der Grundstein (Marmorstein aus der Calixtus-Katakombe in Rom) gelegt werden konnte. 1899 wurde der neugotische Bau vollendet.

Die betonte Ausprägung der Kapellen war im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zwar insgesamt signifikant für katholische Krankenhäuser, aber das neue Tilbecker Gotteshaus stach doch in bautechnischer und künstlerischer Hinsicht klar hervor. Das Bauwerk weist so auf das im Stift Tilbeck maßgebliche Menschenbild hin. Da gerade an Epilepsie erkrankten sowie geistig behinderten und psychisch kranken Menschen das Menschsein oftmals abgesprochen wurde, stand die Kapelle auch symbolisch für das Bemühen der Einrichtung um das volle Heilsein der hier lebenden Menschen.

Fenster

1901 erhielten die Kapellenfenster eine neugotische Buntverglasung durch die Glasmalerei Derix (Goch / Kevelaer). Die Entwürfe stammen von Friedrich Stummel.

Das zentrale mittlere Fenster zeigt die Krönung Mariens, um die besondere Verbundenheit des Hauses mit der Gottesmutter (Maria hilf) hervorzuheben. Auf der linken Seite sind der heilige Franziskus von Assisi und die heilige Elisabeth von Thüringen dargestellt. Der durch die im Stift lebenden Mauritzer Franziskanerinnen gelebte franziskanische Geist spiegelt sich darin wider. Im Fenster auf der rechten Seite sind der heilige Wilhelm von Aquitanien und die heilige Gertrud von Nivelles zu sehen und verweisen auf Johann Wilhelm Bischoff als Stifter und Gertrud Teigelkemper als Gründerin von Stift Tilbeck.

Wie das linke Chorfenster zeigen auch die beiden ersten Fenster auf jeder Seite des Kapellenraumes die Heiligen, die bereits in den Gebäuden bzw. Wohngruppen des Stiftes den Namen geben – auf der linken Seite der hl. Raphael und der hl. Josef, auf der rechten Seite der hl. Liudger und die hl. Anna. Der hl. Isidor als Patron der Landwirte und Knechte und die hl. Notburga als Patronin der Dienstmägde fanden wohl Berücksichtigung, damit durch diese beiden als Fürsprecher auch die Landwirtschaft Tilbecks unter dem besonderen Segen Gottes standen.

Hochaltar

Im  Jahre 1908 wurde der Hochaltar - gestaltet durch den Bildhauer Ferdinand Langenberg (Goch) - fertiggestellt. Zentrale Figuren in den fünf Bildern sind JESUS und seine Mutter MARIA: Geburt Jesu - Jesus begegnet seiner Mutter auf dem Weg nach Golgatha - Maria unter dem Kreuz Jesu - der Leichnam Jesu wird in den Schoß seiner Mutter gelegt - Maria empfängt im Kreis der Jünger den von Jesus verheißenen Heiligen Geist.

Zelebrationsaltar und Ambo

Am 1. Adventssonntag 2016 weihte Weihbischof Dieter Geerlings Ambo und  Altar ein, die im Zuge der Umgestaltung vom Architekten Jörg Feja (Recklinghausen) entworfen und von der Firma Dirks (Billerbeck) ausgeführt wurde.

Kreuzweg

Zwischen 1913 und 1924 schuf der Maler P. Windhausen aus dem niederländischen Roermond die Kreuzwegstationen, die auf Kupfer gemalt sind.

Marien-Ikone

1886 wurde diese von Papst Leo XIII. gesegnete Kopie des in einer Kirche Roms hängenden Gnadenbildes "Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe"  nach Tilbeck überbracht. Im Zuge der Neugestaltung der Kapelle im Jahr 2015/2016 wurde sie von der vorderen Seite der Kapelle in die Nische an der hinteren Wand umgesetzt.

Reliquienkreuz

Das Reliquienkreuz wurde nach Entwürfen des Malers Hermanns in der Werkstatt Bachwild in Münster geschaffen. Es enthält Reliquien des heiligen Kamillus von Lellis und des heilgen Konrad von Parzham.
Im Zuge der Neugestaltung der Kapelle wurde es  im hinteren Teil der Kapelle angebracht.

Orgel